Numerus clausus: Was der NC bedeutet und wie Studienplätze vergeben werden

Warum der NC keine feste Note ist, sondern die Auswahlgrenze des letzten Verfahrens, wie die Quoten bei Medizin und Pharmazie funktionieren und was noch zählt.

Bildung & Beruf2 verknüpfte RechnerLesezeit: 5 Min.

„Für dieses Fach braucht man einen NC von 1,3“: So oder ähnlich klingt es oft. Tatsächlich legt niemand vorab eine Note fest. Der NC ist ein Ergebnis: die Note, mit der im letzten Verfahren gerade noch jemand zugelassen wurde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Numerus clausus heißt, dass ein Studiengang mehr Bewerbungen als Plätze hat und die Zulassung beschränkt ist.
  • Bei Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie werden nach Vorabquoten 30 % der Plätze nach Abiturnote, 10 % ohne Note und 60 % nach Kriterien der Hochschulen vergeben.
  • Die Abiturnote ist nur in der Abiturbestenquote allein entscheidend; sonst zählen oft Tests, Ausbildung oder Gespräche mit.
  • Frühere Auswahlgrenzen zeigen, was zuletzt gereicht hat, und keine Garantie für das nächste Semester.

Was „NC“ wirklich bedeutet

Numerus clausus ist Latein für „geschlossene Zahl“. Gemeint ist, dass es für einen Studiengang nur eine begrenzte Zahl an Plätzen gibt. Übersteigen die Bewerbungen die Plätze, wird ausgewählt. Das Ergebnis dieser Auswahl nennt man umgangssprachlich den NC: die Note oder Punktzahl der letzten Person, die noch einen Platz bekommen hat.

Deshalb schwankt der NC. Er hängt davon ab, wie viele Menschen sich mit welchen Noten bewerben und wie viele Plätze es gibt. Lag er in einem Semester zum Beispiel bei 1,5, kann er im nächsten höher oder niedriger liegen.

Immer bewerben lohnt sich

Weil der NC erst nach der Auswahl feststeht, kann eine Bewerbung auch mit einer Note knapp über der letzten Grenze erfolgreich sein. Und wo neben der Note weitere Kriterien zählen, gleicht ein guter Test oder eine Ausbildung eine schwächere Note aus.

Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Pharmazie: das Quotenmodell

Vier Fächer sind bundesweit zulassungsbeschränkt: Humanmedizin, Tiermedizin (nur zum Wintersemester), Zahnmedizin und Pharmazie. Die Plätze vergibt die Stiftung für Hochschulzulassung nach einem festen Modell. Mit der Bewerbung nimmt man automatisch an allen drei Hauptquoten teil.

QuoteAnteil der PlätzeWorauf es ankommt
Vorabquotenbis zu 20 %Härtefälle, Bewerbungen aus dem Ausland, Zweitstudium und wer sich verpflichtet, in Bereichen besonderen öffentlichen Bedarfs zu arbeiten (zum Beispiel als Landärztin oder Landarzt)
Abiturbestenquote30 %Punktzahl im Abitur, getrennt nach Bundesland
Zusätzliche Eignungsquote10 %nur schulnotenunabhängige Kriterien, etwa Studieneignungstests, Ausbildung oder Berufserfahrung
Auswahlverfahren der Hochschulen60 %je nach Hochschule Abiturpunkte, Studieneignungstest, Auswahlgespräch, Ausbildung, Berufstätigkeit oder weitere Qualifikationen

In der Abiturbestenquote wird für jedes Bundesland eine eigene Rangliste gebildet, damit Unterschiede bei den Abiturnoten zwischen den Ländern nicht den Ausschlag geben. Die 16 Listen werden anschließend zu einer Bundesliste zusammengeführt. Die Prozentangaben beziehen sich auf die Plätze, die nach den Vorabquoten übrig sind.

Alle anderen Fächer: Auswahl durch die Hochschule

Für alle anderen zulassungsbeschränkten Studiengänge entscheidet die jeweilige Hochschule nach ihren Regeln und den Vorgaben des Landes. Viele Hochschulen koordinieren die Bewerbungen über das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) der Stiftung für Hochschulzulassung, damit freie Plätze nicht durch Mehrfachzulassungen blockiert werden. Welche Kriterien zählen und ob es eine Wartezeitregel gibt, steht in den Auswahlsatzungen der Hochschule.

Die eigene Note einordnen

Um die eigene Note einzuordnen, vergleicht man sie mit der Auswahlgrenze des letzten Verfahrens an der Wunschhochschule. Beispiel: Mit einer Abiturnote von 2,3 liegen Sie 0,2 über einer letzten Grenze von 2,1; in der reinen Notenauswahl hätte das damals nicht gereicht. Ob es im nächsten Verfahren reicht und ob andere Kriterien helfen, zeigt erst die Auswahl selbst.

Note mit dem letzten NC vergleichen

Abiturnote und letzte Auswahlgrenze eingeben: Der Rechner zeigt, ob die Note damals gereicht hätte.

Jetzt berechnen

Wie viele Punkte Sie für eine bessere Abiturnote brauchen, zeigt der Abi-Rechner.

Häufige Fragen zum NC

Wo finde ich den NC eines Studiengangs?
Die Auswahlgrenzen früherer Verfahren veröffentlichen die Hochschulen und, für Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie, die Stiftung für Hochschulzulassung. Sie zeigen, was zuletzt gereicht hat, nicht was im nächsten Verfahren nötig ist.
Verbessert Wartezeit meine Chancen?
Im zentralen Quotenmodell für Medizin & Co. gibt es neben den Vorabquoten nur die drei Hauptquoten; eine Wartezeitquote gehört nicht dazu. Bei anderen Fächern regelt jede Hochschule selbst, ob Wartezeit zählt. Eine allgemeine Regel, nach der jedes Wartesemester die Note verbessert, gibt es nicht.
Brauche ich für Medizin eine 1,0?
Nicht zwingend. Allein nach Note werden nur die Plätze der Abiturbestenquote (30 % nach den Vorabquoten) vergeben. In der Eignungsquote (10 %) zählt die Note gar nicht, im Auswahlverfahren der Hochschulen (60 %) oft zusammen mit einem Test, einer Ausbildung oder einem Gespräch.
Gibt es Studiengänge ohne NC?
Ja. Wenn es in einem Studiengang genug Plätze für alle Bewerbungen gibt, ist er zulassungsfrei; man schreibt sich dann ohne Auswahl ein. Ob ein Fach an einer bestimmten Hochschule beschränkt ist, steht auf deren Seiten und kann sich von Jahr zu Jahr ändern.

Quellen

Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus diesen Primärquellen oder aus den verlinkten Rechnern, die auf denselben Quellen beruhen.

  1. Stiftung für Hochschulzulassung: Verfahrensdetails (Quotenmodell, Auswahlkriterien, DoSV) (abgerufen am 30. September 2026)
  2. Stiftung für Hochschulzulassung: Rechtsgrundlagen (Staatsvertrag, Vergabeverordnungen der Länder) (abgerufen am 30. September 2026)
Onur Cirakoglu — Full-Stack Developer & Gründer von HEADON.pro
Onur CirakogluQuellen geprüft

Full-Stack Developer & Gründer von HEADON.pro

Full-Stack Developer und Gründer von HEADON.pro. Entwickler der Rechnerzentrale.