Die KMK-Formel: Wie entsteht die Abiturnote?
Bundesweit einheitliche Umrechnung von Punkten in Noten
Die Abiturnote – umgangssprachlich auch Abischnitt, Abinote oder Durchschnittsnote genannt – wird in Deutschland nach einer bundesweit einheitlichen Formel der Kultusministerkonferenz (KMK) berechnet: N = 17/3 − E/180. Dabei ist E die Gesamtpunktzahl aus Block I und Block II. Die Formel sorgt dafür, dass 900 Punkte (Maximum) der Note 1,0 entsprechen und 300 Punkte (Minimum) der Note 4,0. Unterhalb von 300 Punkten gilt das Abitur als nicht bestanden.
Der Block I umfasst die schulischen Leistungen aus der Qualifikationsphase. Je nach Bundesland fließen zwischen 22 und 40 Kurse ein, aus denen eine bestimmte Anzahl eingebracht werden muss. Jeder Kurs kann maximal 15 Punkte erreichen. Der Block I kann insgesamt bis zu 600 Punkte ergeben. Der Block II enthält die Ergebnisse der Abiturprüfungen – in der Regel 4 bis 5 Prüfungen (schriftlich und mündlich) mit je maximal 60 Punkten, was einen Maximalwert von 300 Punkten ergibt.
Ein entscheidender technischer Aspekt: Die Note wird nach der Formel auf eine Nachkommastelle abgeschnitten – nicht gerundet. Eine rechnerische Note von 2,09 wird also zu 2,0, nicht zu 2,1. Dies kann bei grenzwertigen Punktezahlen den Unterschied zwischen zwei Notenstufen ausmachen. Ab 823 Gesamtpunkten wird die Note automatisch auf 1,0 gekappt.
Wichtig zu verstehen: Nur die Umrechnung von Punkten in Noten ist bundesweit einheitlich. Wie die Punkte in Block I und Block II zustande kommen – wie viele und welche Kurse eingebracht werden, ob es Bonuspunkte für besondere Leistungen gibt – das variiert von Bundesland zu Bundesland erheblich. Ein direkter Vergleich der Abschnitte zwischen Schülerinnen und Schülern verschiedener Bundesländer ist daher nur bedingt aussagekräftig.