Was sagt der BMI aus?
Bedeutung, Formel und WHO-Klassifikation einfach erklärt
Der Body-Mass-Index (BMI) ist weltweit der am häufigsten verwendete Richtwert, um einzuschätzen, ob das Körpergewicht einer Person im Verhältnis zur Größe als normal, zu niedrig oder zu hoch gilt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf Basis des BMI vier Hauptkategorien definiert: Untergewicht (BMI unter 18,5), Normalgewicht (18,5 bis 24,9), Übergewicht (25 bis 29,9) und Adipositas (ab 30). Diese Einteilung hat sich international in der Epidemiologie und der klinischen Medizin durchgesetzt, weil sie einfach zu berechnen ist und statistisch gut mit dem Risiko für bestimmte Erkrankungen korreliert.
Die BMI-Formel lautet: BMI = Körpergewicht (kg) / (Körpergröße in Metern)². Bei einer Person mit 80 kg Gewicht und 1,80 m Größe ergibt sich: 80 / (1,80 × 1,80) = 80 / 3,24 ≈ 24,69. Dieser Wert liegt im Normalbereich. Unser Rechner übernimmt diese Berechnung automatisch, sobald Sie Gewicht (kg) und Größe (cm) eingegeben haben.
Ein wichtiger Aspekt: Der BMI ist ein statistischer Bevölkerungsrichtwert, kein individuelles Diagnosewerkzeug. Er berücksichtigt weder Muskelmasse noch Körperzusammensetzung, Alter oder Herkunft. Kraftsportlerinnen und -sportler können trotz niedrigem Körperfettanteil einen „erhöhten" BMI aufweisen, weil Muskeln schwerer sind als Fett. Umgekehrt kann ein normaler BMI bei geringer Muskelmasse und hohem Körperfettanteil (sogenannte „versteckte Adipositas") trügerisch sein. Für eine fundierte gesundheitliche Beurteilung sind daher weitere Messungen wie Taillenumfang, Körperfettanteil und Blutbild sinnvoll.
In Deutschland gilt laut Statistischem Bundesamt ein erheblicher Anteil der Bevölkerung als übergewichtig (BMI ≥ 25). Übergewicht und insbesondere Adipositas erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und bestimmte Krebsarten. Schon eine moderate Gewichtsreduktion von 5–10 % des Körpergewichts kann das gesundheitliche Risiko messbar senken. Untergewicht (BMI unter 18,5) ist ebenfalls riskant und kann auf Mangelernährung, Essstörungen oder schwere Grunderkrankungen hinweisen.