E-Auto Ladekosten: Was wirklich günstiger ist
Strom vs. Sprit – der ehrliche Vergleich
Die Ladekosten eines Elektroautos hängen von drei Faktoren ab: Stromverbrauch des Fahrzeugs (kWh/100 km, laut WLTP-Norm), Strompreis (€/kWh) und gefahrene Strecke. Die Formel: Ladekosten = Strecke / 100 × kWh/100 km × Strompreis. Bei 500 km, 18 kWh/100 km und 0,40 €/kWh (Hausstrom) ergibt das 36 € – verglichen mit ca. 63 € für einen Benziner mit 7 L/100 km bei 1,80 €/L.
Der Hauptkostentreiber beim E-Auto ist der Ladeort. Zuhause laden (Wallbox oder Schukosteckdose) kostet 0,28–0,40 €/kWh, abhängig vom Haushaltsstromtarif. Öffentliche Normallader kosten 0,35–0,55 €/kWh, Schnelllader bis 0,79 €/kWh. Wer ausschließlich an Schnellladern lädt, zahlt oft mehr als ein vergleichbarer Verbrenner. Wer zu 80–90 % zuhause lädt, erzielt die größte Ersparnis. Ein Haushaltsstromtarif mit E-Auto-Sondertarif (Nachtladung) kann den Preis auf unter 0,25 €/kWh drücken.
Der WLTP-Verbrauch (Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure) gilt seit 2018 als Zulassungswert für neue Fahrzeuge in der EU und ist realistischer als der ältere NEFZ-Wert. Trotzdem liegen Praxiswerte durch Heizung, Klimaanlage, Autobahntempo und Kälte typischerweise 10–20 % über dem WLTP. Geben Sie daher lieber einen etwas erhöhten Wert ein, um realistische Kosten zu erhalten.
Für eine vollständige Kostenrechnung sollten neben den Energiekosten auch Kfz-Steuer (E-Autos bis 2030 steuerfrei für die ersten 10 Jahre nach Erstzulassung), Kfz-Versicherung (oft teurer für E-Autos), Wartungskosten (E-Autos haben weniger Verschleißteile: kein Ölwechsel, weniger Bremsenabrieb durch Rekuperation) und der Wertverlust berücksichtigt werden. Reine Energiekosten sind beim E-Auto in der Regel deutlich günstiger.