Reifenbezeichnungen verstehen und berechnen
Formel, Bedeutung und praktische Tipps
Die Reifenbezeichnung folgt einer europaweit einheitlichen Norm. Nehmen wir das Beispiel 205/55 R16: Die erste Zahl (205) ist die Reifenbreite in Millimetern. Die zweite Zahl (55) ist das Querschnittsverhältnis, also die Flankenhöhe als Prozentanteil der Breite. R steht für Radialreifen (heute Standard), und 16 ist der Felgendurchmesser in Zoll.
Der Außendurchmesser errechnet sich aus Felgendurchmesser und Flankenhöhe: Außendurchmesser = Felge (in mm) + 2 × Flanke. Bei 205/55 R16 ist die Flankenhöhe 205 × 0,55 = 112,75 mm. Der Felgendurchmesser beträgt 16 × 25,4 = 406,4 mm. Damit ergibt sich: 406,4 + 2 × 112,75 = 631,9 mm Außendurchmesser.
Der Abrollumfang ist für den Tachometer entscheidend. Er berechnet sich als π × Außendurchmesser. Bei 631,9 mm Durchmesser ergibt das einen Abrollumfang von rund 1.985 mm. Das bedeutet: Bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 100 km/h dreht sich das Rad etwa 14 Mal pro Sekunde. Weicht die Reifengröße ab, zeigt der Tachometer einen falschen Wert an – was sowohl sicherheits- als auch bußgeldrelevant ist.