Photovoltaik-Ertrag richtig berechnen
Formel, Standortfaktoren und Performance Ratio im Überblick
Der jährliche Photovoltaik-Ertrag ergibt sich aus drei Faktoren: Anlagenleistung in kWp, standortspezifischen Volllaststunden und der Performance Ratio. Die Formel ist: Ertrag = kWp × Volllaststunden × PR. Eine 10-kWp-Anlage in Bayern mit 950 Volllaststunden und PR 0,80 liefert exakt 7.600 kWh/Jahr – genug für einen gut versorgten Vier-Personen-Haushalt ohne Wärmepumpe.
Volllaststunden nach Bundesland: Deutschland hat je nach Region sehr unterschiedliche Sonneneinstrahlung. Bayern und Baden-Württemberg liegen mit 950–1.050 Volllaststunden an der Spitze. Sachsen und Thüringen kommen auf 900–950 h, während Schleswig-Holstein und Hamburg mit 800–870 h am Ende liegen. Die EU-Kommission stellt über das PVGIS-Tool standortgenaue Werte zur Verfügung – kostenlos und auf Postleitzahlen-Ebene verfügbar.
Performance Ratio in der Praxis: Der wichtigste Einzelfaktor für den Wirkungsgrad einer PV-Anlage ist der Wechselrichter. Moderne Geräte arbeiten mit 97–98 % Effizienz, ältere nur mit 90–93 %. Hinzu kommen Temperaturverluste: Silizium-Solarzellen verlieren bei hoher Temperatur an Leistung (ca. –0,4 %/°C über 25 °C). Eine Anlage auf einem dunklen Flachdach ohne Hinterlüftung erreicht im Sommer nur 75–77 % PR, während eine gut belüftete Schrägdachanlage 82–85 % erreicht.
Wirtschaftlichkeit: Die Amortisationszeit einer PV-Anlage liegt 2025 bei etwa 8–12 Jahren. Bei einem Netzeinspeisetarif von ca. 8 Cent/kWh und Eigenverbrauchswert von 30–35 Cent/kWh lohnen sich Batteriespeicher, um den Eigenverbrauchsanteil auf 60–80 % zu erhöhen. Für die genaue Wirtschaftlichkeit sollten zusätzlich Wartungskosten (0,5–1 % der Investition pro Jahr) und die Degradation der Module (0,3–0,5 %/Jahr) einkalkuliert werden.