U-Wert und Dämmung: Formeln und GEG-Anforderungen
Von λ und d zum U-Wert – und wie viel Dämmung ausreicht
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist die zentrale Kenngröße für die Wärmedämmqualität eines Bauteils. Er beschreibt, wie viel Wärmenergie pro Sekunde durch 1 m² Fläche bei 1 Kelvin Temperaturunterschied fließt. Die Berechnung nach DIN EN ISO 6946: U = 1 / (Rsi + d/λ + Rse), wobei λ die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs in W/(m·K), d die Dicke in Metern und Rsi/Rse die Wärmeübergangswiderstände sind (Außenwand: 0,13 und 0,04 m²K/W). Für 10 cm Dämmung mit λ = 0,035: R = 0,10/0,035 = 2,86 → U = 1/(0,13 + 2,86 + 0,04) ≈ 0,33 W/(m²·K).
GEG 2024 und Förderstandards: Das Gebäudeenergiegesetz fordert bei der Sanierung (Änderung von Außenbauteilen, Anlage 7 GEG) für Außenwände U ≤ 0,24 W/(m²·K). Im Neubau gibt es keine starren Bauteil-Höchstwerte – dort erfolgt der Nachweis über das Referenzgebäude und den Primärenergiebedarf. Der KfW-Effizienzhaus-Förderstandard verlangt für Außenwände meist U ≤ 0,20 W/(m²·K), Passivhäuser erreichen U ≤ 0,15 W/(m²·K) oder besser. Mit 16–18 cm EPS oder Mineralwolle sind diese Werte gut erreichbar.
Wärmedurchgangswiderstand R: Der R-Wert ist der Kehrwert des U-Werts: R = 1/U. Er ist additiv: Bei mehrschichtigen Bauteilen addieren sich die Einzelwiderstände. Ein vollständiger Bauteilaufbau (z.B. Außenwand) besteht aus: innerem Oberflächenwiderstand (Rsi = 0,13 m²K/W), allen Materialschichten (Putz, Mauerwerk, Dämmung), äußerem Oberflächenwiderstand (Rse = 0,04 m²K/W). Dieser Rechner rechnet Dämmschicht plus Übergangswiderstände; optional lässt sich der U-Wert des Bestandsbauteils einbeziehen (R-Zuschlag 1/U). Für den förmlichen GEG-Nachweis empfiehlt sich ein Energieberater.
Wirtschaftlichkeit der Dämmung: Die Amortisationszeit von Dämmmaßnahmen liegt bei 8–20 Jahren, abhängig von Energiepreis, Ausgangszustand und Dämmdicke. Faustregel: Jede Verdoppelung der Dämmstoffdicke halbiert den U-Wert, spart aber proportional weniger Energie (Grenzertrag sinkt). Deshalb ist die Frage nicht „so viel wie möglich", sondern „was ist die wirtschaftlich optimale Dämmdicke" – das ist meist bei 14–20 cm für Mineralwolle und 12–16 cm für PUR.