U-Wert und Dämmung: Formeln und GEG-Anforderungen
Von λ und d zum U-Wert – und wie viel Dämmung ausreicht
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist die zentrale Kenngröße für die Wärmedämmqualität eines Bauteils. Er beschreibt, wie viel Wärmenergie pro Sekunde durch 1 m² Fläche bei 1 Kelvin Temperaturunterschied fließt. Die vereinfachte Berechnung für eine reine Dämmschicht: U = λ / d, wobei λ die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs in W/(m·K) und d die Dicke in Metern ist. Für 10 cm EPS mit λ = 0,035: U = 0,035 / 0,10 = 0,35 W/(m²·K).
GEG 2024 und Förderstandards: Das Gebäudeenergiegesetz fordert für Außenwände im Neubau U ≤ 0,24 W/(m²·K). Der KfW-Effizienzhaus-40-Standard (EE) verlangt U ≤ 0,20 W/(m²·K). Passivhäuser erreichen U ≤ 0,15 W/(m²·K) oder besser. Für die Sanierung gelten nach GEG §47 bei wesentlichen Änderungen dieselben Grenzwerte wie für den Neubau. Mit 16–18 cm EPS oder Mineralwolle sind diese Werte gut erreichbar.
Wärmedurchgangswiderstand R: Der R-Wert ist der Kehrwert des U-Werts: R = 1/U. Er ist additiv: Bei mehrschichtigen Bauteilen addieren sich die Einzelwiderstände. Ein vollständiger Bauteilaufbau (z.B. Außenwand) besteht aus: innerem Oberflächenwiderstand (Rsi = 0,13 m²K/W), allen Materialschichten (Putz, Mauerwerk, Dämmung), äußerem Oberflächenwiderstand (Rse = 0,04 m²K/W). Dieser Rechner berechnet nur die Dämmschicht – für vollständige Bauteilberechnungen empfiehlt sich ein Energieberater.
Wirtschaftlichkeit der Dämmung: Die Amortisationszeit von Dämmmaßnahmen liegt bei 8–20 Jahren, abhängig von Energiepreis, Ausgangszustand und Dämmdicke. Faustregel: Jede Verdoppelung der Dämmstoffdicke halbiert den U-Wert, spart aber proportional weniger Energie (Grenzertrag sinkt). Deshalb ist die Frage nicht „so viel wie möglich", sondern „was ist die wirtschaftlich optimale Dämmdicke" – das ist meist bei 14–20 cm für Mineralwolle und 12–16 cm für PUR.