Stundenlohn in Deutschland: So berechnet man ihn richtig
Faktor 4,33, Brutto vs. Netto und typische Richtwerte
Der Stundenlohn ist eine der zentralen Kennzahlen im deutschen Arbeitsrecht. Er dient als Grundlage für die Berechnung von Überstundenvergütung, Urlaubsentgelt und dem gesetzlichen Mindestlohn. Wer ein Monats- oder Jahresgehalt bezieht, muss seinen Stundenlohn kennen, um Angebote vergleichen und Vergütungsverhandlungen fundiert führen zu können.
Die gängige Formel lautet: Stundenlohn = Monatsgehalt ÷ (Wochenstunden × 4,33). Der Faktor 4,33 entspricht dem Jahresdurchschnitt der Wochen pro Monat (52 ÷ 12 = 4,333…) und ist im deutschen Lohnrecht etabliert. Er berücksichtigt die unterschiedliche Länge der Monate und liefert einen einheitlichen Vergleichswert. Manche Arbeitgeber verwenden alternativ 4,35 (365 Tage ÷ 12 ÷ 7) – der Unterschied ist gering, sollte aber in Arbeitsverträgen klar geregelt sein.
Wichtig: Unser Rechner berechnet ausschließlich den Brutto-Stundenlohn. Der tatsächliche Nettobetrag hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Alter (Rentenversicherung), Krankenversicherungsbeitrag und weiteren Faktoren ab. Typischerweise verbleiben nach allen Abzügen 55–70 % des Bruttogehalts als Netto. Für die Nettoberechnung empfehlen wir unseren Brutto-Netto-Rechner.
Freelancer und Selbstständige benötigen zudem den Stundensatz, der nicht nur den Lohn, sondern auch Sozialversicherungskosten, Ausfallzeiten, Betriebsausgaben und Gewinnmarge einschließt. Der kalkulatorische Stundensatz liegt in der Regel 50–100 % über dem Arbeitnehmer-Stundenlohn.