U-Wert berechnen: Dämmpflicht nach GModG (früher GEG)
Was der U-Wert bedeutet, wie man ihn berechnet und welche Höchstwerte das Gebäudemodernisierungsgesetz (früher GEG) bei Sanierung und Nachrüstung verlangt.
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Wer eine Fassade dämmt, das Dach neu deckt oder Fenster tauscht, muss einen Höchstwert für den Wärmeverlust einhalten. Maßstab ist der U-Wert. Hier steht, wie er berechnet wird, welche Werte das Gesetz vorschreibt und wann Eigentümer auch ohne Umbau dämmen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme je Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied durch ein Bauteil geht – je kleiner, desto besser.
- Das Gebäudeenergiegesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die Höchstwerte der Anlage 7 sind gleich geblieben.
- Wird eine Außenwand oder ein Dach erneuert, gilt meist U ≤ 0,24 W/(m²·K), beim Flachdach mit Abdichtung U ≤ 0,20.
- Betrifft die Änderung nicht mehr als 10 Prozent der Fläche einer Bauteilgruppe, gelten die Höchstwerte nicht (§ 36 GModG).
- Ungedämmte oberste Geschossdecken müssen nachgerüstet werden (§ 35 GModG) – mit Ausnahmen für selbst bewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser.
Was der U-Wert aussagt
Der Wärmedurchgangskoeffizient U wird in W/(m²·K) angegeben. Ein U-Wert von 0,24 heißt: Durch einen Quadratmeter Wand fließen je Grad Unterschied zwischen innen und außen 0,24 Watt Wärme. Er ist der Kehrwert des gesamten Wärmedurchgangswiderstands – jede Schicht mit Dicke d und Wärmeleitfähigkeit λ trägt d/λ dazu bei.
U = 1 / (Rsi + d₁/λ₁ + d₂/λ₂ + … + Rse)
Rsi und Rse sind die Wärmeübergangswiderstände an der Innen- und Außenseite. Nach DIN EN ISO 6946, auf die § 37 GModG für opake Bauteile verweist, gelten bei einer Außenwand Rsi = 0,13 und bei Dach oder Geschossdecke (Wärmestrom nach oben) Rsi = 0,10, außen jeweils Rse = 0,04 m²·K/W.
Bestand zählt mit
Nach § 37 Abs. 1 GModG wird der U-Wert eines geänderten Bauteils aus den neuen und den vorhandenen Schichten berechnet. Eine alte Ziegelwand darf also mitgerechnet werden – ihr U-Wert steht oft im Energieausweis oder in den Bauunterlagen.
Höchstwerte bei Sanierung (Anlage 7)
Wer Außenbauteile beheizter Räume erneuert, ersetzt oder erstmals einbaut, muss die Höchstwerte der Anlage 7 einhalten (§ 36 Satz 1 GModG). Für Wohngebäude gelten:
| Bauteil | Nr. in Anlage 7 | Höchstwert |
|---|---|---|
| Außenwand (Ersatz, Dämmung, neuer Außenputz) | 1a, 1b | U = 0,24 W/(m²·K) |
| Steildach, oberste Geschossdecke, Abseitenwand | 5a, 5b | U = 0,24 W/(m²·K) |
| Dach mit Abdichtung (Flachdach) | 5c | U = 0,20 W/(m²·K) |
| Kellerdecke, Wand gegen Erdreich oder unbeheizte Räume | 6a, 6b | U = 0,30 W/(m²·K) |
| Fenster und Fenstertüren | 2a | Uw = 1,30 W/(m²·K) |
| Dachflächenfenster | 2b | Uw = 1,40 W/(m²·K) |
| Neue Außentür | 4 | U = 1,80 W/(m²·K) |
Bagatellgrenze: Betrifft die Änderung nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe, muss der Höchstwert nicht eingehalten werden (§ 36 Satz 2 GModG).
Ist die Dämmdicke aus technischen Gründen begrenzt – etwa zwischen Sparren –, genügt die höchstmögliche Dicke mit einem Dämmstoff von höchstens λ = 0,035 W/(m·K); bei eingeblasenen oder nachwachsenden Dämmstoffen λ = 0,045 W/(m·K) (Anlage 7, Fußnote 1).
Nachrüstpflicht für die oberste Geschossdecke
Unabhängig von einem Umbau verlangt § 35 GModG: Oberste Geschossdecken über beheizten Räumen, die nicht den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 erreichen, müssen so gedämmt werden, dass U ≤ 0,24 W/(m²·K) ist. Alternativ darf das darüberliegende Dach gedämmt werden. Die Pflicht gilt für Wohngebäude und für Nichtwohngebäude, die jährlich mindestens vier Monate auf mindestens 19 °C beheizt werden.
Ausnahme für Selbstnutzer
Bei einem Haus mit höchstens zwei Wohnungen, in dem der Eigentümer am 1. Februar 2002 selbst gewohnt hat, muss erst der neue Eigentümer nachrüsten – innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentumswechsel (§ 35 Abs. 3). Rechnet sich die Dämmung bei selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern nicht in angemessener Frist, entfällt die Pflicht (§ 35 Abs. 4).
Wie dick muss die Dämmung sein?
Die Tabelle zeigt, welche Dämmdicke allein – ohne die tragende Schicht mitzurechnen – den Höchstwert erreicht. Das ist die sichere Obergrenze; mit einer vorhandenen Wand wird es weniger.
| Bauteil | Höchstwert | Dämmdicke bei λ = 0,035 | Dämmdicke bei λ = 0,045 |
|---|---|---|---|
| Außenwand (Ersatz, Dämmung, neuer Außenputz) | 0,24 | 14 cm | 18 cm |
| Steildach, oberste Geschossdecke, Abseitenwand | 0,24 | 14,1 cm | 18,1 cm |
| Dach mit Abdichtung (Flachdach) | 0,20 | 17 cm | 21,9 cm |
| Kellerdecke, Wand gegen Erdreich oder unbeheizte Räume | 0,30 | 10,5 cm | 13,5 cm |
Beispiel: Eine Außenwand hat laut Energieausweis U = 1,4 W/(m²·K). Mit Dämmstoff λ = 0,035 braucht sie für U ≤ 0,24 rechnerisch 12,1 cm zusätzliche Dämmung. Im Handel gibt es Platten in festen Stärken, also die nächstgrößere wählen.
Dämmdicke und U-Wert berechnen
Bauteil, Dämmstoff und Bestand eingeben – der Rechner zeigt den U-Wert und ob der Höchstwert eingehalten ist.
Heizkosten einschätzen
Wie viel eine Wohnung im Jahr für Wärme ausgibt, abhängig von Energieträger und Verbrauch.
Häufige Fragen
Gilt das GEG noch?
Welcher U-Wert gilt für eine Außenwand bei der Sanierung?
Muss ich mein Dach dämmen?
Was bedeutet λ (Lambda) auf der Dämmplatte?
Quellen
Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus diesen Primärquellen oder aus den verlinkten Rechnern, die auf denselben Quellen beruhen.
- § 35 GModG – Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes (abgerufen am 30. September 2026)
- § 36 GModG – Anforderungen bei Änderung (abgerufen am 30. September 2026)
- § 37 GModG – Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten (abgerufen am 30. September 2026)
- Anlage 7 GModG – Höchstwerte der U-Werte bei Änderung (abgerufen am 30. September 2026)

Full-Stack Developer & Gründer von HEADON.pro
Full-Stack Developer und Gründer von HEADON.pro. Entwickler der Rechnerzentrale.