Drehmomenteinheiten: Überblick und Umrechnungsfaktoren
Newtonmeter, Pound-force Foot, kgf·m – KFZ, Maschinenbau und Werkzeug
Das Drehmoment (auch: Torsionsmoment, Drehmächt) beschreibt die Drehlcraft einer Kraft um einen Drehpunkt. Es ist das Produkt aus Kraft und dem senkrechten Abstand zum Drehpunkt: M = F × r. Die SI-Einheit des Drehmoments ist das Newtonmeter (Nm). 1 Nm entspricht dem Drehmoment einer Kraft von 1 Newton, die im Abstand von 1 Meter vom Drehpunkt angreift. Ein langer Schraubenschlüssel erzeugt bei gleicher Handkraft mehr Drehmoment als ein kurzer – das ist der Hebelprinzip in der Praxis.
Im Kraftfahrzeugbereich ist das Drehmoment eine der wichtigsten Motorkenndaten. Es beschreibt, wie stark ein Motor „zieht", unabhängig von der Drehzahl. Ein hohes Drehmoment bedeutet gute Zugkraft, besonders beim Anfahren und Überholen. Dieselmotoren haben typischerweise ein höheres maximales Drehmoment als vergleichbare Benzinmotoren und erreichen es bei niedrigeren Drehzahlen. Elektromotoren entwickeln ihr maximales Drehmoment sogar ab Null Umdrehungen – ein wichtiger Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren.
Im angloamerikanischen Raum wird Drehmoment in Pound-force Foot (lbf·ft, oft abgekürzt als „lb-ft" oder „ft-lbs") angegeben. 1 lbf·ft ist das Drehmoment einer Kraft von 1 Pound-force im Abstand von 1 Foot: 1 lbf·ft = 4,448222 N × 0,3048 m = 1,355818 Nm. Wenn Sie US-amerikanische Fahrzeug- oder Werkzeugdaten lesen, müssen Sie lbf·ft in Nm umrechnen. Ein Drehmomentschlüssel von 100 ft-lbs entspricht ca. 135,6 Nm.
Das Kilogramm-Kraft-Meter (kgf·m) ist eine veraltete Einheit, die früher im deutschsprachigen und europäischen Maschinenbau verwendet wurde: 1 kgf·m = 9,80665 Nm. Die Einheit ist anschaulich – das Drehmoment einer 1-kg-Masse, die 1 Meter vom Drehpunkt hängt. Ältere Handbücher, Kfz-Anleitungen und Schraubenanzugtabellen nutzen noch kgf·m. Bei der Arbeit mit alten Maschinen oder historischen Dokumenten ist die Umrechnung in Nm wichtig.
Beim Anzugsdrehmoment von Schrauben ist die richtige Einheit entscheidend. Zu wenig Drehmoment und die Schraubenverbindung löst sich, zu viel und der Schraubenbolzen bricht oder die Hülse wird beschädigt. Für Radschrauben schreiben Fahrzeughersteller 80–170 Nm vor. Zylinderkopfschrauben werden mit 20–100 Nm angezogen, oft in mehreren Stufen mit Winkelanzug. Feingewinde benötigt weniger Anzugsdrehmoment als Grobgewinde gleicher Größe. Unser Umrechner hilft Ihnen, Herstellerangaben aus verschiedenen Regionen korrekt anzuwenden.