Überholweg berechnen: Modell und Praxis
Wie viel Strecke ein Überholmanöver tatsächlich benötigt
Ein Überholmanöver auf der Landstraße ist eines der risikoreichsten Fahrmanöver im Straßenverkehr. Der benötigte Streckenbedarf ergibt sich aus zwei Komponenten: der relativen Überholstrecke (Längen der Fahrzeuge plus Sicherheitsabstände vorne und hinten) und der Zeit, die benötigt wird, diesen Abstand mit der verfügbaren Geschwindigkeitsdifferenz zu überbrücken.
Beim Überholen eines PKW (4,5 m) mit einem eigenen PKW (4,5 m) und je 15 m Sicherheitsabstand ergibt sich eine relative Überholstrecke von 39 m. Wenn der Überholer mit 130 km/h und der Vorausfahrende mit 80 km/h fährt, beträgt die Relativgeschwindigkeit 50 km/h = 13,9 m/s. Die Überholzeit beträgt damit rund 2,8 Sekunden. In dieser Zeit legt der Überholer absolut: 130/3,6 × 2,8 ≈ 101 m zurück. Der Gegenverkehr (100 km/h) fährt gleichzeitig 78 m – der Gesamtplatzbedarf beträgt also 179 m.
Diese Zahlen zeigen, warum bei eingeschränkter Sicht das Überholen so gefährlich ist. Bei einem LKW-Überholmanöver (Fahrzeuglänge 16 m statt 4,5 m) steigt die relative Überholstrecke auf 55 m, die Überholzeit auf ~4 s und der Gesamtstreckenbedarf auf über 250 m. Unser Rechner hilft, diese Werte für verschiedene Szenarien zu berechnen – als Lernwerkzeug für Fahranfänger und zur Sensibilisierung für die unterschätzten Risiken des Überholens.